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17.11.2022

Jungjägerkurs

Waidmannsheil zusammen,

eine spannende und erfahrungssammelnde Zeit liegt hinter uns…

Wir durften an unseren ersten Drückjagden als Treiber und Helfer teilnehmen… Der ein oder andere aufgeregt, wie ein kleines Kind zu Weihnachten. 

Die erste fand am 04.11. in der Revierförsterei Hallah für uns statt. Jäger, Treiber und Hundeführer trafen sich um 8:30 Uhr. 

Gänsehautmoment, als die Jagdhornbläser zur Jagd geblasen und die Hunde, im Auto sitzend, in dem Moment genau so aufgeregt waren wie wir und dies durch lautstarkes jaulen, heulen und bellen kundgetan haben. -  denn sie wussten geenauu was jetzt kommt -

Nachdem wir uns aufgeteilt und alle ihre Position eingenommen hatten ging es los. Die Hunde preschten, gut eingepackt in Schutzwesten und mit GPS versehen, nach vorn. Wir langsam in Reihe laufend und rufend hinterher. Das ein oder andere Stück wurde gesichtet und auch der Wolf ließ sich blicken und zog an dem Treiben vorbei. Alles in allem war es aber recht ruhig.

Um 12:30 Uhr war dann „Hahn in Ruh“. Die Jäger baumten ab, mit den Nachsuchen wurde begonnen und die zugelaufenen fremden Hunde eingesammelt, versorgt und mitgenommen. 

An der Jagdhütte angekommen wurde das gestreckte Wild zusammengetragen und aufgebrochen. Und wir mitten drin…

 

Während die einen am Lagerfeuer gemütlich zusammensaßen und klön schnack hielten, wurde uns Jungjägern/ innen mit ganz viel Ruhe und Geduld das Aufbrechen erklärt, aber nicht nur das … denn wir durften selbst auch unter Anleitung handanlegen. 

Im Anschluss wurde die Strecke gelegt. Und dann waren sie wieder zu hören. - und ich muss wirklich sagen, ich höre sie ziemlich gerne - „Sammeln der Jäger“ ertönte. Es wurde sich nach Brauchtum positioniert und feierlich der Erlegerbruch überreicht. Dann ertönten die Totsignale „Damwild tot“, „Sau tot“ und „Reh tot“ sowie „Jagd vorbei und Halali“ und im Anschluss wurde zum Essen geblasen.

Essen war nach so einem Tag eine prima Idee. Und so versammelten wir uns kurze Zeit später zum Schüsseltreiben im Gasthof Ahrens in Kuhstedt und durften leckeren Grühnkohl genießen. 

Fazit von diesem Tag: 

Wir hatten eine Strecke von 14 Stück, einen Terrier, der wahrscheinlich von einer Sau angenommen und im Anschluss operiert wurde. Ich hoffe sehr, dass die Wunde gut verheilt und er wieder wohl auf ist!? An dieser Stelle weiterhin eine gute Besserung!

Am nächsten Tag wurde sich in Kuhstedt für die Revierübergreifende Gemeinschaftsjagd um 9:00 Uhr getroffen. Treiben und Jagen im Harsefeld. Die Jäger nahmen ihren zugewiesenen Stand um 7:0Uhr ein. Das Treiben begann um 9:30Uhr.

Diesmal allerdings ohne Jagdhornbläser, dafür mit sehr viel Wildsichtungen. Die Hunde geschnallt, wir wieder in Reihe laufend und suchend hinterher. Und oft hörte man „Sau nach rechts“, „Sau nach links“, „Sau nach vorn“, „Voooorsicht“… Wir fanden bei unserem Treiben Schweiß, haben kurz die Fährte aufgenommen, brachen ab und markierten für die Nachsuche die Schweißfährte. Es stellte sich später heraus, dass es sich hierbei um ein Stück Damwild mit Vorderlaufschuss gehandelt hat.

Des Weiteren bargen wir Wild, welches später auch zum Aufbrechen zur Försterei gebracht wurde. 

Und wieder wurde es uns mit einer Engelsgeduld erklärt und hat uns selbst aufbrechen lassen. Nur diesmal im Liegen. Was definitiv eine neue Erfahrung war.

Insgesamt sind 27 Stücke gefallen. Und es gab ein diesem Tag keine Wolfssichtungen.

Aber nicht nur das:

Parallel zu unserem Treiben wurde sich am 05.11. um 9:00Uhr bei Timo Kahrs im Ahrensfelder Moor zum entkusseln getroffen, um 2000 qm von unerwünschten Birkenwuchs und Gestrüpp zu befreien.

Mit insgesamt 9 Personen war das Werk um 14:00 Uhr geschafft. Die Abschnitte wurden als Benjeshecke am Rand aufgehäuft, um für Eidechsen, Kleinsäuger, Vögeln und anderen Tieren eine Verbesserung der Lebensräume zu schaffen. 

Und ich finde, dass sich das Ergebnis wirklich sehen lassen kann!

Weiter ging es am 09.11 zur Ansitzdrückjagd in Düngel. Während die Jäger ihre Stände schon um 7:00Uhr bezogen haben, trafen sich sich die Treiber und Hundeführer um 08:30Uhr. Getrieben wurde dann ab 09:00Uhr. Auch hier gab es einige Sichtungen…und der Wolf war ebenso mit dabei.

Nichts desto trotz wurden 11 Stück gestreckt.

Um 11:00Uhr war „Hahn in Ruh“, das erlegte Wild wurde geborgen und am Streckenplatz aufgebrochen. Diesmal war auch Martin Marwede dabei, der den teilnehmenden Jungjägern/innen viel über das Aufbrechen, Abnicken etc. zeigen und erklären konnte.

Es wurde der Erlegerbruch übergeben, die Strecke mit den Totsignalen verblasen und die jagdliche Ausübung durch die dementsprechenden Stücke beendet. So, wie es sich eben gehört.

Heute, den 16.11. war nun unsere vorerst letzte Drückjagd. Getroffen wurde sich bei strömenden Regen um 8:30Uhr in der Revierförsterei Heidhof. Wieder eine neue Erfahrung, wenn man unter solchen Bedingungen durch den Wald streift, um das Wild zu beunruhigen. Ähnliches hatten wir ja schon am 17.09. bei unserem Reviergang. Ihr erinnert euch vielleicht? Aber das war definitiv anders und nicht so nass wie heute.

Es war ziemlich wenig los auf unserem Streifzug durch den Bewuchs. 

In unserer Gruppe hatten wir Sichtung mit einer Sau, 2 Hasen, div. Schnepfen und nicht zu vergessen einer Maus. 

Und so, wie ich hörte, sah es in anderen Gruppen, bis auf die Wolfssichtung, nicht sehr viel besser aus.  Und so spiegelte sich dies im Gesamtergebnis der Strecke auch wieder. Insgesamt wurden 3 Stück Rehwild erlegt.

„Hahn in Ruh“ war um 12:30Uhr. Und es wartete zum Aufwärmen ein Lagerfeuer und leckeres Chili con Carne auf uns. 

Wieder wurde uns das Aufbrechen erklärt und hat uns selbst machen lassen.

Und auch heute waren die Jagdhornbläser, zu meiner großen Freude, vor Ort, die einen nassen, aber tollen Tag mit dem Totsignal „Reh tot“ und „Jagd vorbei und Halali“ beendet haben und dabei durch intensiv heulende Unterstützung eines Weimaraners begleitet wurden. 

Ich möchte mich an dieser Stelle, im Namen aller Jungjäger/innen, für die tolle Unterstützung, die uns in allen Bereichen entgegengebracht wurde und wird, bedanken!

Waidmannsheil

V.A.Düvelsdorf

 

 

 

17.10.2022

Jungjägerkurs 2022 / 23

 

Waidmannsheil alle zusammen,

 

da hatten wir sie nun unsere Sachkundeprüfung am Dienstag den 04.10… und was soll ich sagen:     Wir haben alle bestanden, was uns natürlich sehr gefreut hat.

Auf diesem Ergebnis ausruhen, konnten wir uns natürlich auch nicht.

So ging es am Sonntag dem 09.10 nach unserer ersten Haarwildstunde am Donnerstag zum Ansitzbau mit Gunnar in den Wald. Dem Voraus machten wir jedoch noch im Morgengrauen einen Reviergang, der mit Anblick auf Dam- und Rehwild belohnt wurde.

Aber nicht nur das… das frühe Aufstehen hatte sich schon gelohnt, als man den großen, rötlich schimmernden Vollmond beim losfahren über den nebelverhängten Weiden und Wäldern stehen sah…

Nach den ersten 2 Stunden an der frischen Luft siedelten wir an einen anderen Platz um, um mit unserem Großprojekt zu beginnen. 

Einen transportablen und einen feststehenden Ansitz zu bauen.

Von nun an hieß es: ICH UND MEIN HOLZ…HOLZI…HOLZI HOLZ

Es mussten die Baumstämme geschält werden, Löcher gegraben, die Stämme an die richtige Stelle getragen und aufgestellt werden. 

 

Wir haben gesägt, geschraubt und genagelt… wobei wir uns beim Nageln unbeabsichtigt ein wenig künstlerische Freiheit erlaubt haben. Aber das Metall wollte und wollte partout nicht ins Holz ;-) 

 

Nach unserer verdienten Mittagspause ging es dann weiter. 

Leiter und Dach mussten ja auch noch gebaut und angebracht werden. Und am späten Nachmittag war es dann soweit. FERTIG

Und ich denke, dass Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen! Wir finden sie toll und sind mächtig stolz darauf. 

 

 

Waidmannsheil

Vanessa A. Düvelsdorf

 

 

 

 

02.10.2022

Sammeln der Jäger

Jungjägerkurs 2022 / 23

 

Waidmannsheil alle zusammen,

 

nun sind es schon 31 Tage und es kommt mir vor, als wäre es erst gestern gewesen…

Am Dienstag 01.09. 2022 haben wir uns alle das erste Mal gesehen. 

29 Jagdscheinanwärter* innen die sich nervös und gespannt auf die kommende Zeit, im Gymnasium Osterholz-Scharmbeck zur Einführung zusammengefunden haben. Aber nicht nur wir waren vor Ort, sondern auch nahezu alle Personen die es uns ermöglichen werden, den Weg zur Jägerprüfung bestmöglich zu gehen. 

Gesagt, getan – am Donnerstag 03.09 ging es dann richtig los.

Waffenkunde die erste. Und es folgte die zweite, die dritte, die vierte … die siebte und damit auch die letzte Stunde mit Jens in diesem Fach. 

Und auch jetzt sind wir wieder nervös und gespannt darauf, was uns nächste Woche erwarten wird. Denn am Dienstag 04.10. steht unsere Sachkundeprüfung an, mit dem Ziel einen vorläufigen Eintrag in die WBK zu bekommen. Denn wer möchte nicht die Schießprüfung, am Schluss, mit seiner eigenen Waffe meistern. 

Wir haben uns in den letzten 4 Wochen aber nicht nur damit beschäftigt.

 

Sonntag den 11.09 ging es für uns auf den Hof von Herrn Schmidts, der uns viel über landwirtschaftliche Themen erzählen und zeigen konnte. 

 

 

Aber nicht nur das. 

 

Wir tauchten ab in ein Maisfeld, „kämpften“ uns durch die eng stehenden Stängel, machten Bekanntschaft mit der ein oder anderen Spinne, fanden Trittsiegel vom Reh und von der Sau und den von ihr verursachten Schaden. Da half auch der hoch herausragende Topinambur, in der Mitte des Feldes, nur wenig. 

 

Beim besten norddeutschen Schietwedder ging es für uns am Samstag 17.09 zum Reviergang in die Landesforst Hallah nach Vollersode. 

Noch nicht einmal die Hunde wären freiwillig vor die Tür gegangen. Wir haben uns dadurch aber nicht ins Bockshorn jagen lassen und machten u.a. Bekanntschaft mit den Dachsbauten, dem Brunftplatz, der angelegten Suhle, dem Adlerfarn, dem Wurmfarn, der Hainbuche, der Rotbuche, der Weißtanne, der Schwarzkiefer und vielen weiteren Pflanzen des Waldes. 

 

Die „Krause Glucke“ kreuzte ebenso unseren Weg und wurde auch gleich als Mitbringsel für die heimische Küche mitgenommen. 

Noch fast schrumpelig von der Nässe am Vortag, aber hoch motiviert, trafen wir uns am Sonntag den 18.09. mit Ole am Feuerwehrhaus in Ohlenstedt zur Naturerkundung. Das norddeutsche Wetter hatte erbarmen mit uns, sodass wir nahezu durchgängig bei trockenem Wetter weitere Bäume, Sträucher und Wiesenpflanzen kennenlernen durften. 

 

 

Dabei veranlasste uns zwischendurch ein abspringendes Reh dazu, auch Entfernungen einzuschätzen. Jeder gab einen Tipp ab, und ich kann stand heute sagen:“ Das wird nicht zu meiner Paradedisziplin gehören“. Wie gut, dass heutzutage für alle möglichen Eventualitäten eine App zur Verfügung steht. ;-) 

 

Vielleicht lässt sich dies aber auch über die Zeit noch erlernen.

Lernen ist das richtige Stichwort… Da war ja noch was am Dienstag.

 

Waidmannsheil

V.A.D.

 

 

 

Jägerschaft Osterholz e.V.    redaktion@blattzeit-ohz.de